Donnerstag, 12. Januar 2017

02.12 - 11.12.2016  -  Rurrenabaque  (Bolivien) - Der Dschungel 

Nach der Entspannung in Coroico sollte es wieder etwas lebendiger werden. Ich war noch niemals im Dschungel und hatte mir deshalb Rurrenabaque als Ziel ausgesucht.
Rurrenabaque ( ca. 14000 Einwohner) liegt am rechten Ufer des Rio Beni und dient als Ausgangspunkt für Touren in den Madidi-Nationalpark sowie in die tierreichen Sumpfgebiete, die sogenannten "Pampas".
Das Klima ist tropisch heiß und ganzjährig feucht (eigentlich überhaupt nicht mein Fall).

Als Transportmittel hatte ich mich für den Bus entschieden. Die 14 - stündige Fahrt von Yolosita nach Rurrenabaque sollte ein wirkliches Abenteuer werden. Ein uralter Bus, brechend voll und katastrophale Straßen ließen meine Puls mehrmals auf 180 steigen. Ich saß auch noch auf der falschen Seite und musste in die ungesicherten Tiefen schauen.
Gottseidank wurde es bald dunkel und ich konnte die Abgründe nur noch ahnen, aber nicht mehr sehen.
Die Bolivianer sehen das "Ganze" sehr entspannt.  Die Busfahrt ist sehr günstig (umgerechnet ca. 10 €). Alternativ nutzen die meisten "Nichtbolivianer" den Flieger von La Paz nach Rurrenabaque. 
Auf jeden Fall war ich heilfroh, als wir morgens gegen 06:00 Uhr Rurrenabaque erreichten. Ein echter Härtetest.








Nach der Ankunft war Ausspannen im Hotel Maya (www.hotelmayarurre.com) angesagt.
Nicht das billigste Hotel im Ort, aber mit etwas Komfort und nicht direkt im Zentrum gelegen. Nachteilig ist, dass hier nur wenige Backpacker übernachten und insofern lernt man kaum andere kennen. Dies konnte ich auf der Tour nachholen.
Nach einer Übernachtung ging es mit dem Programm los. Ich hatte bei der Agentur Mashaquipe (www.mashaquipeecotours.com)  eine 5-tägige Tour gebucht (3 Tage Dschungel und 2 Tage Pampas - da kann man beliebig Pakete schnüren, so wie es einem gefällt bzw. wieviel man ausgeben will).  
Der Spaß kostete mich ca. 450 €. Darin enthalten sind 4 Übernachtungen,  Vollpension, Englischsprechender Guide und alle Fahrten. Thomas hatte mir die Agentur empfohlen und ich würde sie auch weiter empfehlen.  
Mit dem Boot ging es den Rio Beni hinauf,  in den Madidi-Nationalpark und bis zu den Eco-Lodges von Mashaquipe. Dabei besucht man auch Indios im Dschungel und lernt etwas über deren Lebensweise.
Am Nachmittag dann 3-4 Stunden wandern durch den Dschungel (immer auf der Suche nach Tieren, Pflanzen usw.).Der Dschungel ist leider sehr dicht und die Wildtiere ziemlich scheu. Insofern sind Begegnungen mit Wildtieren ein echtes Erlebnis. 
Hauptsächlich sieht man Vögel, Insekten und Affen. Große Säugetiere bleiben die Ausnahme (Spuren von Jaguar, Tapir usw. haben wir gefunden, aber keine Tiere gesehen). Weiterhin zeigen die Guides bestimmte Bäume und Pflanzen und erklären deren Verwendung. 

Fazit:
 Die Dschungeltour fand ich phantastisch und spannend.  Beim nächstenmal einige Tage länger.

Bootsfahrt auf dem Rio Beni




Plantage im Dschungel 





Beim Pressen von Zuckerrohr (gibt einen sehr süßen Saft) 


Rio Beni


Zur Lodge 


Lodge

 








Der Dschungel 




Am Abend war dann Spinnensuche angesagt



Am zweiten Dschungeltag wurde mit Gepäck zu einem entfernten Lager gewandert. Nix mehr mit Dusche, Zimmer usw.. Das war schon spartanisch (so habe ich mir es auch vorgestellt).Nach einer Übernachtung ging es zurück zur Lodge mit einem selbstgebauten Floß.


Schlafzelt 


Küchenzelt


Esszelt


Toilette im Dschungel 


Auf der Wanderung 







Frische Jaguarspuren




Heiliger Baum der Indianer







Auf dem Rückweg 



Nach 3 Tagen Dschungel ging es in die Pampas. Das sind Feuchtsavannen,  wo man jede Menge Tiere sieht. Dort blieben wir 2 Tage.

Capybara (Wasserschwein,  Nagetier)


Auf dem Weg zur Lodge




Der erste Kaiman 




Lodge 



Hängematte (wunderbar)


Monkey 





Roter Piranha (habe ich geangelt - mit Guide "Ando").
Der Fisch durfte wieder ins Wasser zurück. 













Anacondasuche in den Pampas (es wurde keine gefunden)




Erschöpft nach der Anacondasuche 




Nach der Pampastour ging es wieder zurück nach Rurrenabaque.  Dort konnte ich noch drei Tage relaxen, bevor es mit dem Bus zurück nach La Paz ging. Übrigens neuer Busrekord -satte 30 Stunden dauerte die Fahrt von Rurrenabaque nach La Paz (normalerweise ca. 16 Stunden). Wir hatten einen Defekt am Bus, der aber mitten in der Nacht vom Busfahrer und einigen Passagieren repariert wurde.  Dazu musste auch noch der Besitzer einer sogenannten Werkstatt geweckt werden. Unglaublich,  aber danach fuhr der Bus wieder.

Nach kurzen Aufenthalt in La Paz (Gepäck abholen usw.), ging es weiter nach Lima (Peru). Auch hier wieder 30 Stunden Fahrt (allerdings in einem komfortabel,  klimatisierten Bus). So langsam werde ich "Busprofi". 
Die Fahrten sind relativ billig und komfortabel,  wenn nicht die laute Beschallung durch irgendwelche Kinofilme wäre. Da ist nichts mit entspannen.

Rurrenabaque 




Hotelpool 


La Plaza 


Rio Beni
























Montag, 9. Januar 2017

26.11 - 01.12.2016  -  Coroico 

Mit der Bergkletterei sollte es vorerst ein Ende haben und dementsprechend ging es mit dem Bus in das nur 2 Stunden (90 km) von La Paz entfernte Coroico. 
Hier wollte ich mal einige Tage relaxen und die Wärme genießen. 
Coroico ist eine Stadt mit ca. 2400 Einwohnern und liegt auf einer Höhe von 1750 m.
Die in den subtropischen Yungas gelegene Stadt, liegt im Übergangsbereich zwischen dem Altiplano (Hochebene) und der Cordillera Real im Westen und den Ausläufern des Amazonas-Tieflandes im Osten.
Coroico glänzt mit Monatsdurchschnittstemperaturen zwischen 20-25 Grad, tagsüber ist es sommerlich warm und nachts angenehm kühl (ideal für mich).
Auf Empfehlung von Lea (Guide in La Paz)  hatte ich mich für das "Sol y Luna"(www.solyluna-bolivia.com) entschieden. Dieses Hotel liegt etwas außerhalb von Coroico und die zum Hotel gehörenden Häuschen und Lodges liegen mitten im Wald.
Man kann Pflanzen und Bäume bewundern und massenhaft Vögel beobachten. Ein kleines Paradies. Auch ein Restaurant gehört zum Hotel (gutes Essen zu einem relativ günstigen Preis).
Hotel und Restaurant gehören Deutschen, die irgendwann in Coroico gelandet sind ( die Beiden habe ich aber kaum gesehen).
Man muss sich aber bewusst sein, dass dieses Hotel kein Ort zum Feiern ist und WLAN gibt es nur im Bereich der Rezeption. 
Wer möchte,  kann natürlich auch Wanderungen usw. Rund um Coroico machen (im Ort gibt es mehrere Agenturen).
An bestimmten Tagen geht im Ort richtig was ab. Es wird bis tief in die Nacht draußen gefeiert (die Temperaturen sind ja angenehm).


Erstes Zimmer im Sol y Luna (nahe am Haupthaus)




Weitere Lodge


Pool



Umgebung


Noch mehr Lodges



Blick auf Coroico 


Umgebung Sol y Luna



Haupthaus


Coroico 






Wanderung zum Uchumachi (2480 m)

Eine kleine Wanderung musste doch sein. Hinauf ging es zum Berg "Uchumachi" (2480 m). Die Tour dauert 3 - 4 Stunden und man muss ca. 800 Höhenmeter bewältigen.  Eine nicht allzuhäufig begangene Route, auf der man 3 Waldzonen kreuzt. Sehr schön, mit einem tollen Ausblick auf Coroico und Umgebung. 




Kapelle am Weg


Blick auf Coroico 


Gipfel 


Ausblick auf Coroico und Umgebung 






Noch einige Bilder von der Hotelumgebung 























Sonntag, 8. Januar 2017

22/23.11.2016 - Huayna Potosi (6088 m)

Normalerweise wird bei Thomas Wilken die Bergsteigersaison in Bolivien schon Mitte November beendet.  Meistens fallen dann zuviele Niederschläge und insofern bei hohen Bergen auch Schnee. Mit dem Schnee und einem starken Wind, wird die Besteigung schon schwierig und für einen unerfahrenen Bergsteiger nicht empfehlenswert.
Für diese genannten Tage war aber stabiles Wetter angesagt und kurzerhand wurde die Tour organisiert.  David (Praktikant bei Thomas) und ich wollten unbedingt auf den Gipfel. Als Guide begleitete uns "Chouqo".
Der Huayna Potosi ist ein sehr stark verglescherter Berg und dementsprechend sind ca. 900 Höhenmeter über Schnee und Eis zu bewältigen. Daher musste ich mir in La Paz noch Steigeisen und Eispickel leihen (ohne geht's nicht).
Die Tour dauerte zwei Tage. Mit dem Jeep ging es über den Zongapass zum Ausgangspunkt auf ca. 4700 m. Danach weiter bis zum Basislager auf 5150 m. 
Nach dem Abendessen ging es früh ins Bett, denn der Aufstieg war für 01:30 Uhr angekündigt. An Schlaf war aber überhaupt nicht zu denken, da andere Gruppen sich schon gegen 23:00 Uhr auf den Aufstieg vorbereiteten. 
Man sollte den Gipfel früh erreichen,  da auf den letzten 200 Metern die Gefahr besteht, dass durch stärkere Sonneneinstrahlung auch Steine und Felsbrocken gelockert werden. 
Wir waren etwas spät dran und mussten zum Schluss "Gas geben". Dies ist bei einer Höhe von 6000 m gar nicht so einfach. Auf der "sogenannten letzten Rille" erreichten wir den Gipfel. 
Nochmals Dank an David (quälte sich mit mir den Berg hoch) und unseren Guide "Chouqo". 
Ein herrlicher Gefühl auf dem Gipfel zu stehen und eine Entschädigung für den verpassten Aufstieg am Llulaillaco. 

Beim Aufstieg (schon am Ende?)


Blick auf den Gipfel 


Der Gipfel (6088 m)



On the Top




Chouqo on the Top (sieht schon lockerer aus)


Blick vom Gipfel 



Der gewaltige Gletscher 



Am Basislager (mit Blick auf die Aufstiegsroute)


Huayna Potosi und Umgebung